Rawsday


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Gewinne eines von drei Exemplaren von “Desserts roh & vegan”!

Cover

Bald ist es soweit und der vegane Kochbuchmarkt wird um etwas mehr als 70 Rezepte erweitert.

Nicht nur Eier und Milch, auch Mehl und raffinierter Zucker finden in diesem Dessertbuch keinen Platz. Somit sind alle Rezepte auch glutenfrei. Von Basics wie Mandelmilch über Schokolade und Pralinen bis hin zum dekadenten Triple Chocolate Cheesecake deckt das Buch ein breites Spektrum an rohveganen Leckerein ab.

Ein kleiner Vorgeschmack ist hier zu finden: Zimtsterne oder hier: Erdbeer-Zitronen Cheesecake

Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, das Buch endlich in den Händen zu halten. Diese Vorfreude möchte ich gerne mit euch durch ein Gewinnspiel teilen, und zwar verlose ich hier drei Exemplare von Desserts roh und vegan. Die Teilnahme ist ganz einfach: Trage dich mit deinem Namen und deiner E-Mail Adresse ein und mit ein wenig Glück wirst du das Buch als eine der ersten Personen in den Händen halten.

Viel Glück! :)

[Teilnahmeschluss ist der 26. August 2014. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt um die Adresse anzugeben. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.]

Beerentorte


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7 Rezepte mit Erdbeeren

Endlich, die fruchtigen Häppchen sind reif und an jeder Ecke zu kaufen! Erdbeeren sind wunderliche Dinger: strawberryObwohl sie zu 90% aus Wasser bestehen, sollen sie nicht nur mehr Vitamin C enthalten als Orangen, sondern auch Vitamin B2, Eisen und Magnesium.
Obendrein sind sie saftig und erfrischend, gut als Snack vor dem Workout geeignet und mit ihrer aphrodisierenden Wirkung ev. auch für danach. :D Von Mai bis August können die ‘Sammelnussfrüchte’ geerntet werden, die je nach Zucker- und Säuregehalt, Reife und Grösse anders schmecken.

Hier habe ich einige Rezepte zusammengefasst, die zeigen, was man mit den Erdbeeren alles Leckeres kreieren kann:

Erdbeeren-Joghurt Torte

Beerentorte

Wie der Name schon verrät: Für einmal besteht der Cheesecake nicht aus Cashews und Kokosöl, sondern Sojajoghurt und Agar-Agar. Was jedoch zum Cheesecake weiter unten gleichbleibt, ist die gehaltvolle, nicht zu süsse Masse, die auf der Zunge vergeht. Der grösste Vegan-Skeptiker kann an dieser Torte nichts aussetzen.

Zum Rezept geht es hier: Sinnenrausch

Erdbeertörtchen

törtchen

Zuckerfrei, glutenfrei, roh und eine dekadente Erdbeercrème obendrauf! Was will man mehr? :D Am besten auf Vorrat zubereiten, denn gerade wenn es warm ist draussen,  gibt es nichts gemütlicheres als den Tiefkühlschrank zu öffnen und sich ein erfrischendes, süsses Törtchen zu schnappen.

Zum Rezept geht es hier: Haveatryblog

Ins morgendliche Müesli

Quinoa-Erdbeer-Porridge

Das Müesli mit frischen Früchten ergänzt, sorgt für verschiedene Konsistenzen und macht das Frühstück erst noch (noch) gesünder. Bei Bevegt findet ihr viele leckere und gesunde Frühstücksideen, wie z.B. dieses sättigende Quinoamüesli.

Avocado-Erdbeeren Salat

erdbeer-avocado-salat

 

Damit die herzhafte Richtung auch noch mit einem Rezept vertreten ist, kommt hier ein fruchtiger Sommersalat mit Avocado, Trauben und Erdbeeren. Als Dressing noch Sojajoghurt dazugeben – einfacher geht’s nicht! So mag ich das, schnell und lecker.

Zum Rezept geht es hier: Naturkaddyart

Erdbeer Schlagsahne

erdbeer-schlagsahne

Fluffig, süss und passt zu Früchten, Eis oder -wie hier- zu Pancakes. Erdbeer-Schlagsahne? Her damit!

Zum Rezept geht es hier: Deliziöses

Erdbeer-Zitronen Cheesecake

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Ich stehe total auf die Kombination Zitrone + süss. Man gebe Erdbeere dazu und erhalte einen der berühmten Nur noch ein Stück! – Cheesecakes. Dieses klassische rohvegane Rezept entfaltet seinen vollmundigen Geschmack beim Zergehen im Mund, wo das Kokosmus bzw. -öl ähnlich der Schokolade schmilzt.  Der Zitronen-Erdbeer Cheesecake ist eines der Desserts aus meinem bald erscheinenden Buch.

Erdbeerroulade

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Wen es die Tage nach etwas Deftigerem gelüstet, dem kommt diese Erdbeerroulade wie gerufen. Ich erinnere mich gut an die künstlichen Rouladen aus dem Aldi, vollgepumpt mit pinkem Farbstoff und Aroma, damit man auch ja erkennt, dass es Erdbeere sein soll.
Eine selbstgemachte Roulade schmeckt natürlich 100x besser und ist gar nicht so eine Hexerei, wie man denken mag.

Diese vegane Erdbeer-Roulade wartet mit dem perfekten Verhältnis zwischen weichem Biskuit und süsser Erdbeercrème auf und lässt keine Wünsche offen.

Zum Rezept geht es hier: eat-this.org

Alle Bilderrechte gehören den entsprechenden Blogs.


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Pizza einmal anders

Grüne Pizza Gerade inspiriert mich der Frühling mit all dem heimischen Gemüse zu einer gesünderen Ernährung. Auf die herkömmlichen Gerichte verzichten, das möchte ich dann aber doch nicht; ein Kompromiss, der passt, habe mit der grünen Pizza gefunden. Der Boden aus Blumenkohl ist ja schon sehr bekannt, allerdings finden sich in den Rezepten jeweils mindestens 3 Eier. Da das vegane Teigexperiment meine Geschmacksnerven sehr zufrieden zurückliess, teile ich dieses Rezept gerne mit euch, denn die grüne Pizza mit Blumenkohl-Teig, Erbsenpüree und Cashew-Käse ist zudem schnell zubereitet.

Für 4 Pizzas  à Ø 20cm braucht es:

450 g Blumenkohl
80 g gemahlene Haselnüsse
3 EL Flohsamenschalen Blumekohl-Pizzateig Den rohen Blumekohl ev. mit einer halben Zwiebel in den Mixer geben bis die hier abgebildete Konsistenz erreicht ist. In eine Schüssel geben und mit den Haselnüssen und den Flohsamenschalen mischen. Nach Belieben Kräuter, Salz, Hefeflocken, Pfeffer und Olivenöl dazugeben und alles gut verrühren. Den Backofen bei Umluft auf 180° C vorheizen. Auf einem Backtrennpapier die Pizzas formen. Blumekohl-Pizzateig Die Böden für ca. 20 Minuten in den Ofen geben, sie sollten mindestens so braun sein wie hier abgebildet. Ansonsten ist der Teig in derMitte noch weich. Blumenkohl-PizzateigUnterdessen ungefähr 200 g rohe Erbsen pürieren. Mit Pfeffer oder Minze würzen. Sobald der Teig braun ist, das Erbsenpüree verteilen und einige Scheiben Mozzarella von tollen Blog “Nordisch Roh” verteilen. Grüne Pizza Nochmal für 10-15 Minuten in den Ofen schieben. Mit frischem Rucola garnieren und den Frühling geniessen! IMG_0906

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5 things that make me happy

For the title of this post I was originally going to write the usual ‘5 simple things for a happier life’ but I realized I cannot give tips on this. I can only tell you about the things that make me a happier person:

1. I read a book about luck. Lucky me! This changed my way of thinking.

2. I try to randomly smile at people on the street. I notice that it instantly brightens up my mood when someone else smiles at me. So why not do it myself? It takes 2 seconds, a few muscles and a good portion of courage. This is actually the hardest task for me!
Also: I noticed that when I quickly smiled at people they were engaging me way more often in a conversation, asking me a question about some street they’re looking for etc.

3. Smile. When I smile, my mood has already lifted. So in point 2, you don’t only (potentially) cheer up another person but also yourself.

4. Every night before I go to sleep I write down three things that made me happy that day. It can be a funny situation or something I’ve accomplished, nice words someone told me or a something good that happened to a loved one.

5. Oh and Food. Whenever my boyfriend and I cook hungry, we start to have arguments and everyone knows it better. Maybe we shouldn’t cook together. But maybe two growling stomaches don’t belong in a small kitchen.

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Cremiger Hanfsamen – Schokoaufstrich ohne Nüsse, Soja & Zucker

Anja:

Lecker lecker, wird ausprobiert.

Originally posted on Vegangusto:

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ein hoher Gehalt an Eisen (pro 100 g enthält geschälter Hanfsamen 13 mg Eisen, das entspricht 93% des empfohlenen Tagesbedarf eines Erwachsenen), Vitamin E und Magnesium tragen zu einem gut funktionierendem und gesundem Immunsystem bei. Ausserdem im Hanfsamen enthalten sind die lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren.Info: Bei Hanfsamen handelt es sich um Speisehanf. Dieser hat keine berauschende Wirkung.

Rezept für 200 g:hanfnutella1

150 g Hanfsamen, geschält

4 Medjool Datteln

50 ml Wasser

1- 2 EL Kakaopulver, stark entöl

1 Messerspitze Vanille

1 Prise Meersalz

Den Hanfsamen zusammen mit den entsteinten Datteln und dem Wasser  in einen Mixer geben. Mit Kakaopulver, Vanille und einer Prise Salz aromatisieren. Auf höchster Stufe zu einer cremigen Masse mixen → hier könnt ihr die Konsistenz ganz nach Wunsch variieren – von grob bis ganz samtig.

Tipp: Wenn ihr noch etwas chrunch in eurem Aufstrich haben wollt gebt ein paar…

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Süsser Haselnussaufstrich

Ich liebe dich. Ich hasse dich. Ich habe eine sehr zwiespältige Beziehung zu Brot.

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Pros:

Es ist lecker.

Es macht satt.

Es ist lecker.

Mit dem relativ neutralen Geschmack eignet es sich bestens als Grundlage für z.B. Zacusca oder diesen Haselnussaufstrich.

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Cons:

Es verursacht einen aufgeblähten Bauch.

Es ist nicht gesund. (Aber auch nicht ungesund. Ich stufe es mal als neutral ein.)

Es macht süchtig.

Man überisst sich meistens, weil das Sättigungsgefühl verzögert eintritt (und manchmal einfach, weil es lecker ist).

IMG_0744Dieses selbstgemachte Brot auf dem Bild schmeckt besonders lecker, obwohl es (oder vielleicht deswegen?) aus Versehen  -und jetzt festhalten bitte- anstatt mit Trockenhefe mit Backpulver gebacken wurde. Immerhin wurde die Mikrowelle oder etwa Penicillin auch durch Zufälle entdeckt, vielleicht entstand in unserer Küche das Brot von morgen? ;) Ich musste auf jeden Fall lachen, als ich das leere Päckchen Backpulver im Abfall entdeckte und meine Mutter fragend ansah.

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Dieser Aufstrich verlangt nach nur zwei Zutaten. So simpel und doch so süchtigmachend:

1 Teil Haselnussmus, z.B. von Rapunzel

1 Teil Melasse

Gut miteinander verrühren und als Ausrede benutzen, um wieder einmal Brot zu geniessen.

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♥ Rumänientrip Part 2: Hinreise oder ‘die Odyssee durch Europa’

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Chässpätzli mit Röstzwiebeln: Im Löwenbräu-Glas wird das Besteck serviert.

Als ich mich durch diese Pfanne mit veganen Käsespätzli arbeitete, war die Welt noch in Ordnung.
Mir stand eine 24-stündige Reise bevor. Dass diese dann 28.5 Stunden dauert und mit Diskussionen, Tränen und viiel Gepäck gefüllt sein wird, konnte niemand ahnen. Am wenigsten ich, die kein Wort rumänisch sprach und unschuldig noch an meinen Röstzwiebeln knabberte. Eigentlich hätte ich mir gerne einen Veggie Döner geholt, aber leider ist da sonntags geschlossen. Das Restaurant Bodhi stellte sich jedoch als super Alternative heraus. Eine perfekte Stärkung vor meiner Odyssee.

Los geht es schon am Busbahnhof in München. Der Bus der Organisation Eurolines (wie ironisch, Organisation. Organisiert war hier gar nichts) erscheint kurz vor Abfahrtszeit. Die Tafel mit der Reisedestination zeigt zwar etwas völlig anderes an,
doch auf dem Bus steht die Route geschrieben. Viele Leute mit teils zwei bis drei riesigen Koffern warten auf den Einstieg. Rumänisches Gerede, der Busfahrer meldet sich zu Wort. Hier muss ich mit meinem 10-Wörter Rumänisch aussetzen. Zum Glück übersetzt mir das eine junge Rumänin, die seit sieben Jahren in Deutschland lebt: “Das ist nicht unser Bus. Wir müssen auf den anderen warten. Es kommt noch ein zweiter.” Herumgewusele. Niemand weiss, wer in diesen und wer in den nächsten soll.
Verwirrung bricht aus. Gepäck wird eingeladen. Zwei Leute brachten je vier noch-grösser-als-Ikeataschen. Noch mehr Gepäck wird eingeladen. Viele Koffern stehen noch auf dem ‘Terminal’, während der Bus auf beiden Seiten vollgestopft ist. Sie beherrschten Tetris sehr gut, keine einzige Tasche hat mehr Platz. Eine andere junge Rumänen spricht Englisch mit mir. Sie wollte zuerst einsteigen, dann doch nicht. “I don’t know…what is going on.” Die Kommunikation von Eurolines ist schon einmal top. Gut, dass alle so geduldig sind. Ist ja auch kein Problem, mit solch leckeren Käsespätzli im Magen.

Nach langem Hin und Her und einer Stunde nach offizieller Abfahrtszeit sind dann alle in die zwei Busse verteilt. Wie es geschieht, darf ich den letzten freien Platz einnehmen – und der ist in der hintersten Reihe. Es sind fünf Sitze, der mittlere ist noch leer, also im Gang. Als Achterbahn-verabscheuende Person suche ich unauffällig und nervöswerdend nach einem Gurt. Dachte ich mir doch. Oje! Dabei herrscht in Deutschland ja Gurtenpflicht. Sei mal nicht so spiessig, ist ja nicht so, das Rumänen einen besonders aggressiven Fahrstil pflegen.

Neben mir entspannen sich breite, leicht schwitzende Männer, die zuvor Zigarette nach Zigarette rauchten. Sie wünschten wohl, der Bus wäre früher gefahren.  Als Nichtraucherin stelle ich mir das so vor, als sitze man vor einem angeschnittenen Block Halva. Aber mehr dazu später.WP_000403

Noch vor der österreichischen Grenze wird unser Bus von der Polizei angehalten. Ein grimmig-schauender Deutscher möchte von jedem Fahrgast den Ausweis sehen. Er vergleicht deren Gesicht zweimal mit dem Foto und legt ihn dann in die  linke Hand, wo er sie sammelt. Er steigt wieder aus und wir warten ungefähr eine Stunde, während er wahrscheinlich jede einzelne ID und jeden Pass überprüft.

Weiter geht es mit nun zwei Stunden Verspätung. Die Nacht verläuft ruhig. Ich konnte nach einem Raststättenaufenthalt zum Glück meinen Gang- mit dem Fensterplatz tauschen. Sehr lieb. So kann ich ein wenig schlafen, wenn auch nur knappe drei Stunden.

Wir machen etliche Pausen und bei allen heisst es ungefähr: 10 minute pauza pentru a merge la toaletă.  Die zehn Minuten fühlen sich mehr wie zwanzig an und jedesmal steigt mir zurück im Bus beissender Rauchgeschmack von allen Seiten in die Nase. Immerhin sind wir schon fast aus Ungarn heraus und ich sollte schon in 5 Stunden aussteigen können.

Vormittag. Zwei Mal haben wir schon in Rumänien gehalten, einige wenige sind ausgestiegen. Als wir schon längst an meinem Umsteigeort sein sollten, legen wir eine Mittagspause ein. Das gibt’s doch gar nicht! Noch 30 Kilometer seien es für mich, gab mir der Busfahrer bereitwillig Auskunft. Gut, das ging ja noch. “Wir müssen aber nochmal zurück.” Habe ich gerade richtig gehört?

Tatsächlich fuhren wir ca. 45 Minuten wieder dieselbe Strecke zurück. Der andere Bus hätte den Geist aufgegeben, und wir müssen sie jetzt aufgabeln.

Auf einer eher verlassenen Landstrasse fahren wir zweimal auf Parkplätze, wo wir drehen um dann weiter zurück zu fahren. Schliesslich finden wir sie. Die Fahrgäste sitzen vor dem Bus auf ihrem Gepäck und auf einem Mäuerchen vor einer zerfallen Hütte. Ich nutze die Gelegenheit und entlaste meine Blase im Ruinen/Müllhalde/Gebüsch hinter der Hütte.

Wie es danach aussah:
WP_000409Und das ist nicht beim Einsteigen, sondern während der Fahrt. Der Gang wurde von hinten mit Koffern aufgefüllt, darauf sitzen die zugestiegenen Gestrandeten.

Immerhin geht die Fahrt wieder vorwärts. Lange kann es ja nicht mehr dauern. Ob ich meinen Anschlussbus noch erwische? Der hätte vor drei Stunden fahren sollen.

Zur Busausstattung möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren, wenn ich schon am Dampf ablassen bin. Auf dem obigen Bild erkennt man das vielleicht halbwegs. Nicht nur Gurte – auch Licht, Toilette und individuelle Lüftung fehlten. Die war zwar da, aber mit schwarzen Klebeband mehrfach überdeckt. Und ja, keine Toilette. Ich traute mich fast nicht, etwas zu trinken.

Laute rumänische Volks- sowie Partymusik ertönt nun aus den Lautsprechern. Mittlerweile möchte ich nur noch ankommen. Ich bin müde und verunsichert. Was, wenn ich keinen Anschluss mehr habe? Vom Umstiegsort Sebeș sind es doch noch einmal 4 Stunden nach Cluj und es ist schon 19.00 Uhr. Die Atmossphäre verschlechert sich, die Geduld der Rumänen wird herausgefordert, die Spannung im Bus ist förmlich zu spüren. Neben mir schreit eine Frau nach vorne: “dreht die Musik leiser!”

Müssten wir nicht gleich hier sein? Ich schalte mein Navi ein. Tatsächlich nähern wir uns. Doch wir befinden uns immer noch auf der Autobahn. Ich frage meine  neue rumänische Freundin, die einzige deutschsprechende Person. Sie sitzt neben mir und ist ebenfalls verärgert: “Ich könnte weinen”, waren ihre Worte kurz zuvor.

Auf Rumänisch leitet sie nach vorne, dass ich in Sebeș aussteigen müsse. In München sah ich auf der Liste, dass ich die einzige bin. Ob es beim Busfahrer ankommt, wissen wir nicht. Keine Antwort.

Wir schauen aus dem Fenster. Schliesslich sehen wir das Schild für die Ausfahrt an uns vorbeifahren. Really? Die Leute um uns sind neugierig geworden. Sie reden mit meiner Sitznachbarin und fragen, wo ich hin müsse, woher ich denn komme. Sie interessierten sich für meine Episode, sind empört und besorgt um mich.

Ich sehe keine andere Lösung und klettere aus meinem Sitz, über die Koffern, drücke mich an den Leuten vorbei und gelange schliesslich an die Front. Ich werde mehrmals angesprochen, aber jedesmal verstummen sie, wenn ich auf Deutsch antworte.  Eine Person spricht zum Glück Englisch und übersetzt dem Busfahrer mein Anliegen. Viel Gerede, besorgte Blicke liegen auf mir. Leute sprechen mich wiederholt Rumänisch an. Schliesslich bekomme ich die Antwort:

“Jemand wird dich in Sibiu (die nächste Haltestelle, eine Stunde entfernt) zurück nach Sebeș fahren, von da bringt dich jemand von Eurolines nach Cluj.”

Einerseits war ich erleichtert, sie hatten einen Plan und ich würde heute noch ankommen. Andererseits war ich aufgebracht, so geladen voller Wut – wie konnten sie nur vergessen, dass ich hier raus muss? Haben sie es vorhin nicht weitergeleitet bekommen? Wie können sie, ohne mich zu informieren, meinen Reiseplan ändern?

Es wurde relativ ruhig um mich herum, ich spürte die musternden Blicke von allen Seiten. Eine ältere Dame rechts von mir schaut mir mit einem besorgtem Lächeln an und spricht mir etwas zu. Ich blicke zu meiner Übersetzerin, welche meint: “She says you shouldn’t worry. Everything will be fine…” In diesem Augenblick und, gepaart mit meinem Schlafmangel, kann ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie sind alle so nett und hilfsbereit!  Auch wenn es bei einigen ‘nur’ Neugierde’ ist, viele der Fahrgäste machten sich Sorgen um die 20-Jährige, die kein Rumänisch spricht und eigentlich zu diesem Zeitpunkt an einem ganz anderen Ort sein sollte.

Später im Auto erzählt mir der Angestellte von Eurolines vom Telefonanruf, den er kurz zuvor bekam. “I have someone that needs to go to Cluj, please help me! I don’t know what to do!”, flehte ihn der Busfahrer an. Er hat also seinen freien Abend geopfert um 3.5 Stunden nach Cluj und 3.5 Stunden zurück nach Sibiu zu fahren. Der Arme. “Dafür werden sie aber sicher bezahlt?” Darauf meinte er mit einem kurzen, trockenen Lacher: “Nein…wahrscheinlich nicht.”

Ich klettere wieder über die Koffern auf meinen Platz zurück, wo mich fragende Gesichter erwarten. Sie können es nicht abwarten und mir ist die Stille unangenehm, weshalb ich alles schnell meiner Sitznachbarin schildere. Sie übersetzt und die Leute beginnen wieder zu reden. Wir waren uns einig, dass wir das letzte Mal mit Eurolines gefahren sind.

In Sibiu angekommen, steigen alle aus um frische Luft zu schnappen. Der Angestellte ist noch nicht da. Der Busfahrer sagt mir, dass ich warten soll. Nochmals sprechen Leute mit mir, sie wünschen mir eine gute Reise, Drum bun!, raten mir, vorsichtig zu sein und Acht auf mich zu geben. Viel Glück, noroc! bekomme ich ebenfalls von zweien gewünscht. Der ganze Bus scheint mich mittlerweile zu kennen, und als ich mit dem Angestellten losfahre (meine Sitznachbarin hat sich klugerweise das Autokennzeichen notiert – man weiss ja nie) winken mir einige zu und schauen uns nach. Ich bin gerührt und muss erst einmal aufkommende Tränen herunterschlucken, bevor ich meinem -wie sich herausstellt- netten Fahrer antworten kann.

In der Schweiz kümmert sich jeder nur um sich und sein Umfeld. In den öV wird kein Wort miteinander geredet, in der Angst, man könne sich blamieren. Auf der Strasse fragt man das Internet, wo man hinmuss. Die Rumänen sind auch nicht das Nonplusultra, aber deren Hilfsbereitschaft ist etwas vom schönsten, was in der deutschsprachigen Kultur verlorengangen ist.
Zum Glück haben wir aber auch Dinge beibelassen. Wie zum Beispiel Chässpätzli mit Röstzwiebeln.

Um Mitternacht komme ich wohlbehütet in Cluj an, wo mein Freund mich – eine Stunde im Regen wartend – empfängt. Ende gut, alles gut? Jedenfalls bis zur Rückreise in zwei Wochen.

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