huber

Gedanken zu Sigmund Freud & Tierrechten

«Dieser Fremde ist nicht nur im allgemeinen nicht liebenswert, ich muß ehrlich

bekennen, er hat mehr Anspruch auf meine Feindseligkeit, sogar auf

meinen Haß. Er scheint nicht die mindeste Liebe für mich zu haben,

bezeigt mir nicht die geringste Rücksicht.

lache

Wenn es ihm einen Nutzen bringt, hat er kein Bedenken, mich zu schädigen, fragt sich dabei auch

nicht, ob die Höhe seines Nutzens der Größe des Schadens, den er mir

zufügt, entspricht. Ja, er braucht nicht einmal einen Nutzen davon zu

haben; wenn er nur irgendeine Lust damit befriedigen kann, macht er

sich nichts daraus, mich zu verspotten, zu beleidigen, zu verleumden,

seine Macht an mir zu zeigen, und je sicherer er sich fühlt, je hilfloser

ich bin, desto sicherer darf ich dies Benehmen gegen mich von ihm erwarten.»

Sigmund Freud – «Das Unbehagen in der Kultur» (S. 239), 1930

Diesen Text habe ich ein wenig aus dem Kontext genommen, er handelt eigentlich von dem Spruch «Liebe deinen Nächsten» und dass diese Haltung unserem natürlichen Trieb zuwiderläuft. Wir hätten doch gar keinen Grund, unseren Nächsten grundlos zu lieben. Zumindest nicht, wenn er uns weder einen Nutzen bringt, noch eine mögliche Bedeutung als Sexualobjekt hat oder uns in uns wichtigen Stücken so ähnlich ist, dass wir in ihm uns selbst lieben können.

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«Auch verdient er die Liebe, «wenn er so viel vollkommener ist als ich, daß ich mein

Ideal von meiner eigenen Person in ihm lieben kann; ich muß ihn lieben,

wenn er der Sohn meines Freundes ist, denn der Schmerz des Freundes,

wenn ihm ein Leid zustößt, wäre auch mein Schmerz, ich müsste ihn

teilen. Aber wenn er mir fremd ist und mich durch keinen eigenen Wert,

keine bereits erworbene Bedeutung für mein Gefühlsleben anziehen

kann, wird es mir schwer, ihn zu lieben.»

Tatsächlich sieht Freud es gar als Unrecht, denn er würde diesen Nächsten seinen Liebsten gleichstellen, die doch wohl mehr Liebe verdient hätten. Und wenn er die Liebe doch verteilt, auch auf jedes Insekt und jeden Regenwurm, so würde allen nur noch ein sehr kleiner Teil zukommen. Wieso also, meint er am Ende des Absatzes, gäbe es diesen Spruch, wenn er doch nicht vernünftig umsetzbar wäre?

Dem gegenüber stelle ich die Worte von Albert Schweitzer, denen nach Glück das einzige sei, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.

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Nach Freud haben wir alle einen natürlichen Aggressionstrieb in uns. Doch müssen wir diesen heutzutage noch an Tieren auslassen? Wir konnten uns schliesslich schon weitestgehend von der Gewalt gegenüber Menschen entfernen, als nächstes könnten wir uns zum Ziel setzen, die Ähnlichkeit der Tiere zu anerkennen. Sodass es eines Tages möglich sein wird, in einer völlig gewaltfreien Gesellschaft zu leben.

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